SHUTDOWN

Die Installation shut down inszeniert einen Crash, der einen shut down auslöst. Ins Bild gesetzt wird der Moment, in dem eine Person diesen shut down durchlebt. Die Welt tritt zurück und das entfesselte ICH sieht sich selbst überdimensional groß, körperlos und surreal. Die multiplen inneren emotionalen Zustände – flüchtig, nicht linear und nicht logisch – münden in eine komplexe Simultanität unterschiedlichster Selbste. Während des shut downs wird die Person – gefesselt in Raum und Zeit – völlig Eins mit allen ihren Identitäten und löst sich im selben Moment ins Nichts auf. Diesen kurzen Augenblick von enormer Fallhöhe aus Selbsterkenntnis zu Nicht-Existenz erlebt der Zuschauer in der Installation als blow-up gedehnt in einem suggestiven visuell-akustischen Loop von 25 Minuten.

Im Raum steht eine Liege, gegenüber das zentrale zeitbestimmende Video. Es bannt die Person übergroß an die Wand, gefangen im irrealen Zustand der Unruhe und Auflösung. Verbunden mit einer Tonspur von Michel Lavignon, der die Gesangsstimme von anna.laclaque mit elektronischen Medien fragmentiert, wird die Fragilität der Existenz auch musikalisch erlebbar. An die reale Person erinnern im Raum vereinzelte persönliche, intime Gegenstände. In einem Fernseher sezieren Röntgenaufnahmen das Gehirn, den Ort, an dem sich die unterschiedlichen Identitäten materialisieren. Der Raum ist erfüllt von diversen Video-Projektionen, die die Person in unterschiedlichsten Zuständen abbilden. So entsteht eine Gleichzeitigkeit von vergangenen und aktuellen Identitäten, die sich teilweise bereits in einer irrealen Welt befinden, aber alle dem Prozess der Verlöschung beiwohnen.