fractal state of mind

Installation für das Kunsthaus BBK Braunschweig

Einzelausstellung 2020-06-11 bis 2020-07-12

Videos von Performances von anna.laclaque in den Räumen des Kunsthauses

Das Haus als Kopf, Behausung des Selbst. anna.laclaque verwandelt das Haus in den Kopf eines Individuums. Eine beleuchtete Außeninstallation verhüllt es mit Sinnesorganen. Drinnen zitieren die einzelnen Räume Funktionen bestimmter Hirnregionen. Dadurch ergeben sich inhaltliche Themen für die visuelle Umsetzung. Im Erdgeschoss etwa erzeugt das Video eines Duetts der Künstlerin mit der Sängerin Angela Denoke das Bild eines kreativen Bewusstseins. Im ersten Stock betritt man die Sphären des Unbewussten zwischen Verspieltheit, Vergeblichkeit, Einsamkeit und Selbstauflösung. Durch eine Katharsis hindurch endet der Betrachter in einem Raum der Reflexion, der Analyse des gesamten Ichs.

Come in/2020
Nachts beleuchtete Ausseninstallation im Rahmenprogramm des Lichtparcours 2020

Fraktale Identität. Fremdsein im Selbst Identität entwickelt sich im Kopf des Individuums aus unzähligen gespeicherten Seins- Momenten. Im Kopf herrscht Subjektivität. Hier existieren alle Ereignisse simultan, Zeit und Raum sind aufgehoben. Jederzeit können diese Erlebnisse überraschend auftauchen. Neu vernetzt und gewichtet bilden sie Realitäten von großer Unmittelbarkeit. Die ständige Veränderung der Wahrnehmungsrealität spaltet das Ich in unzählige flüchtige Selbste. Diese Fraktale des Ichs interagieren miteinander und erzeugen Diversitäten der (Selbst-)Wahrnehmung. Die daraus resultierende Spannung führt zu Fremdheit innerhalb der eigenen Identität. Im Kopf existiert kein stabiler Status und keine dauerhafte Ordnung. Aus vielen unsteten Seins-Zuständen entsteht eine sich ständig wandelnde, fragile Identität.

crowd/2020/Detail
Videoprojektion auf Puppe

Gedankenräume Entsprechend zur Vernetzung der Hirnregionen sind die Räume untereinander verbunden. Im letzten Raum, dem Reflexionsraum, sind Videos von Performances der Künstlerin in den verschiedenen Räumen zu sehen. Dadurch werden Ereignisse, die an verschiedenen Orten oder zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden wie im Kopf simultan erlebbar.

Blue 2020/Detail
Acryl auf Leinwand 2,30X2,30

Transmedialer Ansatz Die transmediale Arbeit ist Grundlage für anna.laclaque’s Installation fractal state of mind. Person und Stimme der Künstlerin ist das Ausgangs-Material. Die Medien Gesang, Performance, Video und Malerei setzt sie in Beziehung zueinander und führt sie ineinander über. Diese medialen Wandlungen ermöglichen eine maximale Vielfalt an Blicken auf das fraktale, multiple Ich.

come in
Kunsthaus verhüllt
Braunschweiger Zeitung 2020-07-04
Gang durch die Ausstellung fractal state of mind
mit
Prof.Dr. Wolf Singer, Hirnforscher und Prof. Dr. Michael Meyer-Hermann,
Systembiologe
uno-duo/2020
Videostill
Interview zur Ausstellung
anna.laclaque/Radio Okerwelle/2020-06

(c) photos Michel Lavignon/anna.laclaque